Lithografie – was ist das? Technik und Erkennung

Die Lithografie (Steindruck) ist das wichtigste Flachdruckverfahren der Kunst. Sie wurde 1798 von Alois Senefelder erfunden und beruht auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Fett und Wasser stossen sich ab. Dadurch lassen sich Zeichnungen mit überraschend malerischer, kreidiger Wirkung vervielfältigen – die gedruckte Linie behält die ganze Spontaneität der Handzeichnung.

«Paris», Lithografie von Franz K. Opitz, 1949, 19x26cm
«Paris», Lithografie, 1949 – aus der Pariser Zeit von Franz K. Opitz

Wie funktioniert die Lithografie?

Der Künstler zeichnet mit fetthaltiger Kreide oder flüssiger Tusche direkt auf einen feinkörnigen, geschliffenen Kalkstein – heute oft ersetzt durch eine Zinkplatte. Anschliessend wird der Stein chemisch behandelt (mit verdünnter Säure und Gummiarabikum «geätzt»), wodurch die Zeichnung fixiert wird. Beim Drucken wird der Stein zuerst befeuchtet: Das Wasser hält sich nur in den nicht gezeichneten Bereichen. Die fetthaltige Druckfarbe wiederum haftet ausschliesslich an den gezeichneten, fetten Stellen. Gedruckt wird also von einer praktisch ebenen Oberfläche – daher der Begriff «Flachdruck».

Für mehrfarbige Lithografien wird für jede Farbe ein eigener Stein bearbeitet und passgenau übereinandergedruckt – ein aufwendiges, hohes handwerkliches Können erforderndes Verfahren.

Woran erkennt man eine Lithografie?

  • kein in das Papier geprägter Plattenrand (anders als beim Tiefdruck)
  • weiche, kreidige oder pinselartige Strichqualität
  • die Farbe liegt flach und gleichmässig auf dem Papier
  • unter der Lupe körnige Strukturen der Kreidezeichnung, kein gleichmässiges Punktraster
  • meist handsigniert und nummeriert am unteren Rand

Lithografie und Offsetlithografie – was ist der Unterschied?

Die künstlerische Lithografie wird von Hand vom Stein gedruckt und in kleiner Auflage hergestellt. Die Offsetlithografie ist die industrielle Weiterentwicklung desselben Prinzips für den Massendruck (Bücher, Plakate, Verpackungen): Das Bild wird nicht direkt, sondern zuerst auf ein Gummituch und erst von dort aufs Papier übertragen («offset» = absetzen). Künstlerische Originallithografien sind daher klar von gedruckten Reproduktionen zu unterscheiden – Letztere zeigen unter der Lupe ein regelmässiges Rasterpunktmuster.

Lithografie im Werk von Franz K. Opitz

Zu den frühen grafischen Arbeiten von Franz Karl Opitz zählen Lithografien aus seiner Pariser Zeit um 1949. Das Blatt «Paris» (1949) ist als Künstlerprobe bezeichnet, der «Akt» (1949) als nummerierter Abzug (4/12). Beide zeigen seine sichere zeichnerische Hand und seinen Sinn für klare Komposition – noch vor der späteren Hinwendung zur Abstraktion.

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Häufige Fragen zur Lithografie

Ist eine Lithografie ein Original?

Eine vom Künstler gezeichnete und von Hand gedruckte Originallithografie ist ein druckgrafisches Original. Eine maschinelle Reproduktion (Offsetdruck) eines Gemäldes dagegen nicht.

Wer hat die Lithografie erfunden?

Alois Senefelder entwickelte das Verfahren 1798 in München, ursprünglich, um Notenblätter und Texte günstiger zu vervielfältigen. Schnell entdeckten Künstler sein gestalterisches Potenzial.

Warum ist die Lithografie für Künstler so attraktiv?

Weil sich auf dem Stein nahezu jede zeichnerische Geste – von der feinen Kreidelinie bis zur lavierten Fläche – unmittelbar festhalten lässt. Die Lithografie überträgt die Handschrift des Künstlers direkter als die meisten anderen Drucktechniken.

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