Holzschnitt und Kupferstich gehören zu den ältesten Drucktechniken der Kunst – und sie sind gewissermassen Gegenspieler: Der Holzschnitt ist ein Hochdruck, der Kupferstich ein Tiefdruck. Wer dieses Gegensatzpaar versteht, hat das Grundprinzip der gesamten Druckgrafik begriffen.

Der Holzschnitt – Hochdruck
Beim Holzschnitt schneidet der Künstler mit Messern und Hohleisen alles aus einer Holzplatte heraus, was nicht drucken soll. Stehen bleiben die erhabenen Stege – sie werden eingefärbt und drucken. Es gilt also: Was hoch liegt, druckt («Hochdruck»). Der Holzschnitt ist die älteste druckgrafische Technik überhaupt und wurde im Abendland bereits im 15. Jahrhundert für Bilder und Bücher genutzt; Albrecht Dürer führte ihn zu künstlerischer Vollendung.
Erkennungsmerkmale: kräftige, oft kontrastreiche Linien, der charakteristische Wechsel von schwarzen Flächen und ausgesparten weissen Bereichen, mitunter sichtbare Maserung des Holzes.
Der Kupferstich – Tiefdruck
Beim Kupferstich gräbt der Künstler die Linien mit einem Stichel (Grabstichel) direkt in eine polierte Kupferplatte. Die Farbe wird in diese Vertiefungen eingerieben, die Oberfläche blank gewischt – gedruckt wird also das, was tief liegt («Tiefdruck»). Unter hohem Druck der Presse wird das Papier in die Linien gepresst und nimmt die Farbe auf. Der Kupferstich erlaubt äusserst feine, präzise Linien und gilt als besonders anspruchsvolle Technik.
Erkennungsmerkmale: feine, leicht erhaben fühlbare Linien, ein in das Papier geprägter Plattenrand und eine grosse zeichnerische Präzision. Verwandte Tiefdruckverfahren sind die Aquatinta und die Radierung.
Holzschnitt und Kupferstich im Vergleich
| Merkmal | Holzschnitt | Kupferstich |
|---|---|---|
| Druckprinzip | Hochdruck (erhaben druckt) | Tiefdruck (vertieft druckt) |
| Werkzeug | Messer, Hohleisen | Grabstichel |
| Liniencharakter | kräftig, flächig | fein, präzise |
| Plattenrand im Papier | nein | ja |
Der Holzschnitt im Werk von Franz K. Opitz
Aus dem grafischen Werk von Franz Karl Opitz ist der Holzschnitt «Stadtverwaltung Zürich» (1952, nummeriert 46/100) erhalten – ein frühes, sorgfältig gearbeitetes Blatt aus seiner Zürcher Zeit, das die klare formale Sprache des Hochdrucks eindrücklich zeigt.
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Häufige Fragen
Was ist die älteste Drucktechnik?
Der Holzschnitt ist die älteste der hier genannten Techniken. Als Hochdruckverfahren wurde er in Europa schon im 15. Jahrhundert für Bild und Buch eingesetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Holzschnitt und Holzstich?
Der Holzschnitt wird in das längs geschnittene, weichere Holz gearbeitet (Hirnholz quer dazu beim Holzstich). Der Holzstich erlaubt dadurch feinere Linien, beruht aber auf demselben Hochdruckprinzip.